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Die Evangelische Kirchengemeinde verleiht Preis an Ortrun Binder

Zum fünften Mal feierte die Heltauer Kirchengemeinde am vergangenen Sonntag das Walburga-Fest. Mit dem Festgottesdienst gedachte die Gemeinde der Namenspatronin ihrer Kirche, der Heiligen Walburga. Höhepunkt der Kirchweihzeremonie war die Verleihung des Walburga-Preises an das langjährige Gemeindemitglied Ortrun Binder. Der Gottesdienst wurde von Stadtpfarrer László-Zorán Kézdi gehalten, unterstützt von Bischof D. Dr. Christoph Klein und Bezirksdechant Pf. Dietrich Galter.

 

 

Der Preis wird seit 2006 auf Initiative des damaligen Stadtpfarrers Dr. Stefan Cosoroaba verliehen. Mit dem Walburga-Preis würden Personen geehrt, die sich in oder um Heltau/Cisnadie verdient gemacht hätten, meinte Stadtpfarrer Kézdi. Dieser überreichte die Ehrenurkunde in diesem Jahr an Ortrun Binder. Die Preisträgerin erhielt darüber hinaus einen Spendenscheck im Wert von rund 2400 Lei, der für wohltätige Zwecke eingesetzt werden soll. Laut Binder werde dieses Geld für eine Ausfahrt des Heltauer Kirchenchores verwendet. Die Geehrte zeigte sich überrascht, dass die Wahl auf sie gefallen war, freute sich aber auch über die Anerkennung ihrer Arbeit. Sie versprach, ihre Tätigkeit für die Gemeinde fortzusetzen, „solange ihr es die Kräfte erlaubten“.

Der Heltauer Bürgermeister und Kirchenkurator Johann Krech hielt die Laudatio auf die diesjährige Preisträgerin. Die 69-jährige sei zwar in Temeswar/Timisoara geboren, doch stehe sie wie keine andere für Heltau. Mit zwei Jahren kam Binder in die Weberstadt, die zeitlebens ihr Zuhause bleiben sollte. Ihre Leidenschaft zur Musik habe sie zum aktiven Gemeindeleben „unserer“ Kirche gebracht, berichtete Krech. „Wenn sie in ihrer Jugend nur im Kirchenchor sang, begann sie nach dem Umbruch immer mehr Aufgaben und Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen, und wenn ich Gemeinde sage, meine ich damit sowohl Kirchengemeinde als auch die sozial-politische Gemeinde des Heltauer Forums. Als Presbyterin war Binder ab 1990 mehrere Jahre verantwortlich für die Pflege des Kirchhofs, sie organisierte gemeindliche Treffen, half im Sozialbereich und vertrat die Kirchengemeinde bei Landes- und Bezirkskirchenversammlungen. Als Vorstandsmitglied des Lokalforums engagiert sie sich ebenfalls seit 1990, unter anderem beim Dienst in der Kleiderkammer oder bei der Organisation der Frauennachmittage. Nicht zuletzt würdigte Krech ihre Aktivitäten in Kirchen- und Bachchor sowie bei der Gesanggruppe „Sälwerfäddem“.

Der Festgottesdienst wurde musikalisch umrahmt von dem Heltauer Kirchenchor und Organist Remus Henning. Klangliche Akzente setzten Sopranistin Melinda Samson und der Trompeter Gheorghe Branici. Die Festpredigt hielt Bischof Klein. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde die bereits früher gezeigte Walburga-Ausstellung wieder eröffnet. Im Hof der Kirchenburg lud Pfarrer Kézdi seine Gemeindemitglieder und Gäste zu einem kleinen Imbiss.

Holger Wermke

Allgemeine Deutsche Zeitung 9.03.2010, 18 Jahrgang/ Nr 4344