Vier Altäre aus acht Jahrhunderten sächsischer Kirchengeschichte haben in Heltau ihre Heimat gefunden. Der spätgotische Braller Altar von 1520 ist seit 1999 Hauptaltar im Chor und zeigt im goldenen Schrein die „Braller Madonna". Der neugotische Heltauer Altar von 1879 diente 120 Jahre als Hauptaltar und steht heute auf der Südempore. Aus den aufgelösten sächsischen Gemeinden Wassid und Werd kamen zwei weitere Altäre nach Heltau. Gemeinsam erzählen sie von Glaube, Handwerk und dem Schicksal siebenbürgischer Dörfer.
Mehr erfahren →Ein Ausmalungsprogramm, das einst fast den gesamten Innenraum der romanischen Basilika bedeckte: Apostelgalerie in der Apsis, Prophetenfiguren und die vier apokalyptischen Reiter im Chor, Szenen aus dem Leben Christi, ein monumentales Jüngstes Gericht im Hauptschiff und, als bedeutendstes Einzelbild, der Heltauer Gnadenstuhl an der südlichen Obergadenwand.
Das Herzstück unserer Kirchenmusik, historisches Pfeifenwerk, über Generationen gepflegt. Die Kirchenburg beherbergt zwei historische Instrumente: die große Wegenstein-Orgel von 1944 auf der Westempore und die kleine Barockorgel von Johannes Hahn Junior, ein einzigartiges Ensemble siebenbürgischer Orgelkunst. Die Wegenstein-Orgel entstand als Ersatz für die Vorgängerorgel, die 1942 abbrannte, und wurde 2014/15 durch den Orgelbauer Bors László umfassend repariert. Beide Instrumente sind in spielbarem Zustand und erklingen bis heute in Gottesdiensten und Konzerten. Aktuell laufen weitere Restaurierungsarbeiten, um ihren vollen Klang zu bewahren.
Mehr erfahren →In der südlichen Vorhalle befindet sich ein sargförmiger Grabstein mit eingemeißeltem Andreaskreuz und stilisierter Gesichtsmaske. Die archaische Gestaltung ähnelt Funden aus dem mittelalterlichen Rheinland, einer der ältesten erhaltenen Grabsteine Siebenbürgens.
Wird im Rahmen der Museumsführungen fachkundig erläutert.
Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Prozessionskreuz gilt als das älteste erhaltene Kunstobjekt der Siebenbürger Sachsen. Holzkern mit getriebenen Kupferplatten, grünlicher Patina, dreilappigen Kreuzarmen mit blauen Halbedelsteinen und einer Christusdarstellung mit venezianischen und byzantinischen Einflüssen.
Das Kreuz wurde 2016 gestohlen und 2021 durch internationale Zusammenarbeit unversehrt sichergestellt. Aus Sicherheitsgründen wird es heute im Landeskirchlichen Museum im Teusch-Haus in Hermannstadt aufbewahrt.
Das Heltauer Missale, ein reich illuminiertes Messbuch, das zu den wertvollsten liturgischen Handschriften Siebenbürgens gehört.
In der Apsis des südlichen Seitenschiffs verbarg sich die sogenannte Schatzkammer, ein halbrunder Raum hinter einer festen Quermauer, erreichbar nur über eine getarnte Tür: erst musste das Kirchengestühl beiseitegeräumt, dann eine geheime Feder gedrückt werden. Das Geheimnis um den darin vergrabenen Münzschatz wurde über Generationen von Kirchenvater zu Kirchenvater weitergegeben.
Der Kirchturm wurde wiederholt vom Blitz getroffen, zuletzt am 20. Mai 1795 mit erheblichen Schäden. Aus dem Kirchenschatz wurden damals Mittel für den Wiederaufbau bereitgestellt, unter anderem auch für die Anschaffung eines Blitzableiters.
Viele dieser Kostbarkeiten können Sie bei einer Führung aus der Nähe betrachten. Wir erzählen Ihnen gern die Geschichte dahinter.
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