Schätze

Das romanische Vortragekreuz („Einwandererkreuz“)

Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Prozessionskreuz gilt als das älteste erhaltene Kunstobjekt der Siebenbürger Sachsen. Es besteht aus einem Holzkern, der mit getriebenen Kupferplatten beschlagen ist und im Laufe der Jahrhunderte eine grünliche Patina angesetzt hat. Die Enden der Kreuzarme sind dreilappig geformt und mit blauen Halbedelsteinen besetzt. In der Mitte zeigt es eine reliefartige Christusdarstellung im romanischen Stil, deren Formensprache sowohl venezianische als auch byzantinische Einflüsse aufweist.

Das rund 50 cm hohe Kreuz wurde vermutlich von den ersten Siedlern um 1200 mitgebracht. Nachdem es im Jahr 2016 gestohlen wurde, konnte es 2021 durch die Zusammenarbeit rumänischer Behörden mit internationalen Datenbanken unversehrt sichergestellt werden. Heute wird das Original aus Sicherheitsgründen nur zu besonderen Anlässen oder im Rahmen von fachkundigen Führungen durch den Glöckner und Museumsführer gezeigt. Als zentrales Identitätssymbol verbindet es die heutige Gemeinde mit ihren Ursprüngen und versinnbildlicht die Gegenwart Christi auf allen Wegen.

Heltauer Bildstein

In der südlichen Vorhalle der Kirche befindet sich ein sargförmiger Grabstein, der bis 1862 auf dem äußeren Friedhof lagerte. Der Steinblock weist ein reliefartig eingemeißeltes Andreaskreuz (X-Form) auf, zwischen dessen oberen Armen eine kleine, stilisierte Gesichtsmaske zu erkennen ist. Die archaische Gestaltung ähnelt Funden aus dem mittelalterlichen Rheinland und Luxemburg, weshalb Historiker den Stein in die Zeit der ersten Einwanderung der Siebenbürger Sachsen im 12. Jahrhundert datieren. Da eine mögliche Inschrift heute nicht mehr lesbar ist, bleibt die Identität des Bestatteten unbekannt. Das Objekt gilt als einer der ältesten erhaltenen Grabsteine in Siebenbürgen und wird im Rahmen der Museumsführungen durch den Glöckner fachkundig erläutert. Als steinernes Zeugnis der frühen Siedlungsgeschichte versinnbildlicht er die tiefen Wurzeln unserer Gemeinde und das Gedenken an die Generationen von Gläubigen, die hier seit über 800 Jahren ihre letzte Ruhe finden.

Heltau Missale (14. Jh.)

Ein reich illuminiertes Messbuch, das zu den wertvollsten liturgischen Handschriften Siebenbürgens gehört und in der Museumsausstellung präsentiert wird.